Kleine Socke, große Wirkung – Sealskinz im SUP-Test

Wer einmal begeisterter Stand-Up-Paddler ist und auch die magische Atmosphäre von einem See in der kälteren Jahreszeit erfahren hat oder dem Wildwasserrausch verfällt, steht vor einer Herausforderung: Was ziehe ich an? Was ist die beste funktionale und wärmende Bekleidung bei kalten Wassertemperaturen?

Neopren kann es nicht sein. Denn da dringt das kalte Wasser durch und das bereitet dem Mikroklima auf der Haut wenig Freude.

Die Basics sind inzwischen bekannt: Ein Trockenanzug oder spezieller SUP Suit hält trocken und lässt gleichzeitig Feuchtigkeit in Form von Schweiß entweichen – wenn man dann noch Skibekleidung darunter zieht, ist auch der Wärmeeffekt gegeben. Aktuell gängige Modelle sind:

Der Starboard All Star SUP Suit, aus angenehmen Stretch-Material in Damen- und Herrengrößen, hier übrigens getestet von Gleiten.TV ,
natürlich die verschiedenen Modelle von Pionier SUPskin,
der Anzug Quantum (Herren) oder Gravity (Damen) von Dador,
oder auch günstigere Varianten von Dryfashion.

Dazu muss gesagt, werden, dass es Anzüge gibt mit einer Gummimanschette als Hosenbeinabschluss und solche mit wasserdichten, angenähten Füßlingen.

Dazu Handschuhe aus Neopren oder normalen wärmenden Materialien und dann die große Frage:
Welche Schuhe und Socken halten warm und trocken?
Ich persönliche bevorzuge immer öfter stabile Wasserschuhe (gibt es u.a. von Merrell, NRS, Astral) in Kombination mit Socken. Vorteil: Socken sind leichter zu reinigen als Neoprenschuhe.

Produkttest: Socken von Sealskinz

Das Material der Socken ist der Knackpunkt. Wenn sie vollkommen wasserdicht sind, bieten sie dann noch Tragekomfort? Ich habe zwei Modelle von Sealskinz getestet, in Kombination mit dem Starboard All Star SUP Suit ohne Füßlinge. Was ich bisher wusste, macht neugierig: Merino Wolle UND eine Membran machen die Sealskinz Produkte aus.

sealskinz1

Hiking Mid Mid

Hiking Mid Mid (VK 50€)

  • Outer: 90% Nylon, 10% Elastane
  • Membrane: Hydrophilic membrane
  • Inner: 35% Merino Wool, 35% Acrylic, 23% Polyester, 3.5% Elastane, 3.5% Nylon

 

 

 

MTB Mid Mid with Hydrostop

MTB Mid Mid with Hydrostop

MTB Mid Mid with Hydrostop (VK 55€)

  • aussen: 90% Nylon, 10% Elastane
  • Membrane: Hydrophilic membrane
  • innen: 35% Merino Wool, 35% Acrylic, 22% Polyester, 3.5% Elastane, 3.5 Nylon, 1%TPU
  • hat zusätzlich zur o.g. Socke am Bund ein Dichtungsmaterial, das das Eindringen von Wasser verhindert

 

Das sagt der Hersteller:
100% wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv
dazu mit lebenslanger Garantie
bei 40 Grad waschbar

Der Preis ist definitiv eine Ansage, allerdings ist das auch der Materialmix. Socken aus verschiedenen Lagen samt Membran dürfte in der Verarbeitung aufwendig sein. Ich habe die halbhohen Modelle gewählt, da sie lang genug sind, damit die Gummi-Manschette meines SUP Suits darüber geht. Der Liner (Innenseite) bietet denn auch eine angenehm weiche Merino-Haptik, während von außen das Membran-Feeling überwiegt. Insgesamt recht dickes Material, was laut Hersteller als Polsterung gegen Reibung und Blasenbildung taugt und mit elastischen Einsätzen zusätzlichen Halt für den Knöchel bieten soll. Dass Socken Halt bieten, halte ich immer noch für ein Märchen, die Polsterung hingegen ist gerade im Wildwasser sehr angenehm. Führt aber auch dazu, dass das Material sich im Sprungbeinbereich faltet. Hier könnte die Socke ergonomischer geformt sein und auch im Zehenbereich. Als Fan von Falke Socken vermisse ich hier die recht-links Ergonomie im Zehenbereich. Sehr angenehm ist hingegen der breite Bund, der eng genug anliegt, dass ich auf den Hydrostop verzichten kann (zumal in Kombination mit SUP Suit ja eh die Gummimanschette darüber ist), dabei ist der Bund nicht zu eng. Einen weitere Pluspunkt gibt es für die flachen Nähte, die quasi gar nicht spürbar sind. Wenn das Hiking Modell jetzt noch optisch mehr zu bieten hätte, wäre meine Wunschfee arbeitslos. Denn es dringt wirklich kein Wasser ein, auch wenn ich zum Ablanden in den See laufen muss.
Fazit: Unverzichtbares Bekleidungsstück bei kalten Wassertemperaturen, sehr viel angenehmer zu tragen als Neopren. Äußerst funktional. Passform und Farbdesign können noch verbessert werden. In Verbindung mit einem SUP Suit reicht das Modell ohne Hydrostop.

Die Autorin beim Härtetest

Die Autorin beim Härtetest