PLANKE Talk auf der ISPO: SUP Funsport für jeden. Gut ausgebildet mindert die Gefahren…

SUP-Schulen, Verleihstationen und SUP-Tourenanbieter sprießen im deutschsprachigen Raum förmlich wie Pilze aus dem Boden. Dabei ist die Bandbreite des Angebotes schon erstaunlich vielfältig und reicht von der Vermietung der Boards mit teilweise gar keiner oder nur kurzer Einweisung an heimischen Seen bis hin zu Mehrtages-Wildwassercamps. Dabei gilt: Sensibel ist die Natur, sensibel sind die Behörden und sehr sensibel ist der Kunde. Beim Guiding gibt es viel zu beachten und viel zu wissen. Wir haben zur ISPO 2015 erfahrene Paddler und auch Ausbilder zur Diskussion geladen.

VIDEO siehe unten

von links nach rechts

Carsten Kurmis, Eisbach-Urgestein, Flußsurfer und sehr guter Sprint-Paddler mit außergewöhnlichem Boardgefühl, das er auch im Meer voll ausschöpft.

Arndt Dünzinger, Ausdauerexperte im Flachwasser mit viel Erfahrung generell im Ausdauersport und mit Mehrtagestouren.

Sina Entzminger hat das SUP-Instructoren-Team der Steinlechner Sportswert/SUP-Verleih aufgebaut und kommt vom Segelsport.

Ingrid Berger von Paddlefit Deutschland unterrichtet Yoga, Pilates, BodyART, Wirbelsäulengymnastik auf dem Wasser mit dem SUP.

Guido Meier von PLANKE eMag als Moderator.

Raphael Kuner, seit 15 Jahren im Paddelsport, einziger deutscher SUP-Instructor-Ausbilder der ACA American Canoe Assoc., viel Erfahrung durch Kanu- und Kajakfahren.

Klaus Cosmo Frieser kommt aus einer traditionellen Paddlerfamilie und ist ein absoluter Fachman mit viel Erfahrung. Er leitet Kurse und Touren am Fluss und ist einer der besten Deutschen Techniker im SUP Wildwasser.

Sonni Hönscheid, DIE deutsche “waterwoman”, exzellente Windsurferin, Wellenreiterin und Riesenerfolg in 2014: Gewinnerin des Molokai2Oahu, eines der härtesten SUP-Rennen der Welt übers offene Meer.

Peter Bartl kommt vom Flußsurfen und betreibt SUP seit rund 10 Jahren, der dipl. Mentaltrainer ist dabei auch äußerst erfolgeicher Racer, zudem Instructoren-Ausbilder der Österreichischen SUP Verbandes (ASUPA)

Eliane Droemer von PLANKE eMag, Protokoll.

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Protokoll der Diskussion – kein Anspruch auf Vollständigkeit

Thema Ausbildung Safety

Sina: Wir haben am Ammersee schon erlebt, dass Paddelkunden, die nicht vom Wassersport kommen, sich nicht vorstellen können, wie schnell das Wetter umschlagen kann. Sie wollen trotz drohendem Unwetter nicht vom Wasser und sind fast nur durch den Gegenbeweis zu überzeugen.  20710_1553681778204979_5030586258926343513_n

Ingrid: Meine Kunden sind meist SUP-Instructoren, die mit SUP-Fitness anfangen. Thema sicheres Training betrifft auch z. B. die Wirbelsäule, das Reagieren auf Natubedingungen, v.a. Wind. Und wir leiten an, was alternativ gemacht werden kann, je nach Wetter. Die Herausforderung ist auch: Dass Anleitung auf dem Wasser nicht möglich ist, wir bieten kreative Alternativen.

Sonni: Jeder Teilnehmer beim M2O (Rennen Molokai2Oahu) muss ein Motorboot dabei haben. In die Planung beziehen wir auch Strömung und Wellengang mit ein. An Board haben wir nur die Leash als Sicherheitsequipment. Beim Battle of the Paddle muss man eine Schwimmweste tragen aus Versicherungsgründen.

Sonni Hönscheid Sina: Bei uns fehlen noch Vorgaben bei Rennen. Was passiert wenn auf dem See einer einen Hitzeschlag hat oder sogar Herzinfarkt? Er kann schnell untergehen.

Sonni: Ich empfehle beim Downwindfahren am besten immer zu zweit zu sein. Ich habe schon eine Situation erlebt, wo bei meinem Sturz die Leash gerissen ist und das Board weggeweht wurde – da war zum Glück ein Partner dabei. Wenigstens Restube sollte man dabei haben, das gibt zusätzliche Sicherheit. Auch in Deutschland habe ich schon erlebt, wie innerhalb von Minuten ein richtiger Sturm aufkommen kann. Auf die Weise ist ein Paddler in Texas schon ertrunken. Leash ist ein Muss!

 

Guido: Überleitung zum Thema Wildwasser, das man nur mit echten Profis machen sollte und auf keinen Fall auf eigene Faust.

Klaus: Helm, Schuhe etc. Das Equipment MUSS stimmen. Wichtig auch: Genug Erfahrung haben um beurteilen zu können: Das kann ich fahren. Gefährlich: Fotos von Paddlern, die Wasserfälle herunterfallen. Man kann nicht sehen, was unter der Wasseroberfläche ist: Steine, Wehr, etc. Es besteht die Gefahr, dass Paddler sich von Fotos oder Videos was abschauen, was ihnen zum Verhängnis werden könnte.Klaus Cosmo Frieser
Ein ganz einfaches Prinzip wie Sogwirkung kann für unerfahrene Paddlern schon lebensgefährlich werden.
Die Frage ist, wie bekommt man die Leute dorthin dass sie mit einem Profi unterwegs sind. Es gibt keinen Verband wie im Kanubereich sondern es sind alles Individualpersonen.

Raphael: Wildwasser ist eine tolle Ergänzung zum SUP-Spektrum. Nicht zu unterschätzen: Strömung auf dem Wasser ist ein absoluter “Game-Changer”, es zerbröselt komplett die gelernte Technik. Es ist ein sehr sehr großer Schritt, vom Flachwasser auf Fließwasser. Dabei müssen wir das Rad nicht neu erfinden, wir können aus den Fehler der Kanu- und Kajakfahrer lernern.

 

Thema der Anforderungen für SUP-Instructoren:

Peter: Im Zahmwasser sind Instructoren noch gut zu handeln, die im Flachwasser ausgebildet sind. Für eine Flachwasser Instructorenausbildung sind mindestens das Beherrschen der vier Grundschläge erforderlich. Es gibt in dem Bereich aber noch zu wenige Paddler mit genug Vorerfahrung und aktuell machen wir noch einen Spagat, um überhaupt ausbilden zu können.

Zum Thema “Game Changer” im Wildwasser: Beispiel Payette River Games (Red.: Wildwasser Rennen) – da gab es sehr unterschiedliche Ergebnisse, auch bei Fahrern mit relativ viel Vorerfahrung.Raphael Kuner

Raphael: Angehende Kanadier-Instructoren überlegen und trainieren über Jahre hinweg, bevor sie sich an die Ausbildung wagen. SUPer hören von einem Kurs und überlegen sich scheinbar innerhalb von 2 Wochen: ach, da könnte ich doch teilnehmen. Es fehlt eine Ausbildungsebene zwischen Einsteiger und Anwärter.

Guido: Vielen fehlt schon die Fähigkeit, sich sauber und gefühlvoll auf dem Board zu bewegen und andere wichtige Skills.

 

Thema Einstieg in die Welle

Carsten: Im Flachwasser, wie in der Welle ist besonders gefährlich: die Selbstüberschätzung! Sie bringen sich und andere in Gefahr. Beim Wellenreiten macht ja auch jeder einen Kurs. Dahingehend müssen die Paddler auch sensibilisiert werden: Macht einen Kurs!1521939_1553681194871704_3220111626578588617_n

Sonni: Die SUPsurf-Lehrer müssen besser ausgebildet sein.

Carsten: Es ist auch eine Riesengefahr für den Sport, da es nur eine kleine Differenz ist zwischen “alles super easy” und Lebensgefahr. Ohne Ahnung von Strömungslehre, vom Boardverhalten, etc. kann sich das Blatt schnell wenden.

Raphael: Wir kommen immer wieder daraufhin zurück: Das A und O ist die gute Ausbildung.

Peter: Methodik, Didaktik ist auch immens wichtig. SUPsurf-Ausbildung ist eine sehr haarige Geschichte. Dafür gibt es noch sehr wenige Anwärter und es müssen zunächst auch geeignete Spots für die Ausbildung gefunden werden.

 

Thema Tourplanung

Arnd über die 2tägige Tour der Gardasee-Umrundung:

Wir haben uns wochenlang vorbereitet mit Packlisten und Organisation, wo können wir Carsten Kurmisschlafen, was nehmen wir mit aufs Board etc.. Jeder hatte z.B. 15 Liter Wasser dabei, bei dem Gewicht kann Dir auch das Board umkippen beim Wellengang, das hatte nichts mit der Romantik zu tun, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Thema Regeneration wurde sehr wichtig. Mit Blasen an Händen und Füßen, eingeschlafenen Füße, alle total k.o., da mussten wir schauen, wie wir über Nacht wieder fit werden und die Kräfte einteilen. Zum Schluss noch vier Stunden lang ein Kampf bei Gegenwind. Wir haben zusammen immer das schwächste Glied der Kette gepusht und jeder war bereit, alles zu geben – im Team. Wir hatten zur Sicherheit Restube, Leashes und mit Spanngurten alles festgezurrt.

 

Ganz herzlichen Dank an alle Teilnehmer, es hat uns sehr gefreut, dass Ihr dabei gewesen seid, trotz der kurzfristigen Organisation.

Und jetzt noch viel Spaß beim Video mit dem Resümee zum Thema Sicherheit im SUP-Sport. Dafür großen Dank an Horst Fürsattel von der PaddleEXPO!

PLANKE auf Vimeo

Planke ISPO Talk from Planke SUP eMag on Vimeo.

SUP immer präsenter auf der ISPO

Auch wenn in einigen Hallen der weltgrößten Sportmesse SUP-Produkte wie Bekleidung und Zubehör zu sehen waren, Anziehungspunkt Nr. 1 bleibt für die Branche die in Halle A3 von PaddleEXPO initiierte SUP Area, nun schon zum dritten Mal auf der ISPO.

Nicht nur Wassersporthändler, auch der Outdoorhandel hat Stand-Up-Paddling im Visier. Schließlich zählt Paddeln im Stehen zu den am schnellsten wachsenden Sportarten. Inzwischen maximieren auch Tourismus-Regionen, Sportschulen und Event-Veranstalter ihre Auslastung mit dieser einsteigerfreundlichen Sportart.

Ein kommunikatives Highlight war sicher der PLANKE-Talk zum Thema Sicherheit im SUP, zu dem sich namhafte Vertreter des Sports austauschten. Ausführlicher Bericht mit Bild- und Videomaterial folgt noch.

In der SUP-Area der Actionsport-Halle A3 präsentierten diese Hersteller die bedeutendesten Produkte und Neuheiten:

AQUA DESIGN
AUSTRALIA SURF SHOP / HONU SUP
BIC SPORT
BOARDS AND MORE GMBH
DOUBLE V
FLOW SPORTS EUROPE GMBH
FUN-CARE AG
NRS
PADDLEEXPO
PALM EQUIPMENT – DAGGER EUROPE
SROKASHOP
STARBOARD SUP
TROPS GMBH – ART IN SURF