SUP Winter Adventure in Norway – Das Interview zum Film mit Lena Albrecht

Der filmisch und sportlich aussergewöhnliche Film “SUP Adventure in Norway” mit Kai-Nicolas Steimer und Lena Albrecht sorgte in den sozialen Medien für Aufsehen. Wir finden: Er ist zu schade um ihn nur einmal schnell auf Facebook zu schauen und wollen mehr darüber wissen. Kai ist einer der erfolgreichsten Racepaddler Deutschlands, u.a. ist er “Overall Champion German Killerfish Challenge” 2014 und 2015 sowie German Sprint Champ DWV. Lena ist Deutsche Vize-Meisterin SUP Wave 2015. Außerdem kennen wir sie als engagierte Paddlerin auf Hamburgs Wasserwegen im Auftrag des SUP Club Hamburg oder auch gern in Brasilien… von ihr erfahren wir mehr über die winterliche SUP-Reise.

PLANKE: Wie kam es zu dem Projekt?
LENA: Kai und ich paddeln beide ja sehr gerne und hatten schon länger die Idee, auch mal nicht nur hier in Hamburg oder im Zuge von SUP Events auf’s Wasser zu gehen, sondern irgendwo, wo man keine anderen Paddler trifft. Wir wollten SUP dazu nutzen, eine für uns fremde Umgebung per Board kennen zu lernen und anderen zeigen, was man mit diesem Sport noch alles machen kann. Man kennt ja viele, die in ihrem Urlaub mal woanders paddeln gehen – eigentlich immer irgendwo dort, wo es warm ist. Wir wollten was anderes machen. Und weil wir beide – und auch der Kameramann und der Photograph, die beim Trip dabei waren – im Januar alle gleichzeitig zwei Wochen frei hatten, haben wir ein bisschen recherchiert, wo man hinfahren könnte. Norwegen bietet durch die zahlreichen Fjorde, Flüsse und den Atlantik an der Westküste allerbeste Voraussetzungen zum SUPen, also haben wir spontan ein Auto und einen Zeltanhänger organisiert, fehlende Klamotten besorgt und nach drei Tagen ging’s auch schon los!

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Also seid Ihr im Januar 2016 gereist, wo genau?
Wir waren zehn Tage per Auto samt Zeltanhänger und jeder Menge Wassersportequipment unterwegs: Wir sind von Hamburg nach Hirtshals im Norden Dänemarks gefahren, haben dort die Fähre nach Langesund in Norwegen genommen, sind von da mit diversen Stops an Flüssen und Seen, die auf dem Weg lagen, Richtung Sogne Fjörd gefahren, dann weiter ans Meer in die Nähe von Stavanger und schließlich von dort zurück nach Hamburg.

Wer stand hinter der Kamera?
Hinter der Filmkamera stand Maximilian Stolarow, ein großartiger Filmer aus Berlin. Die Photos hat Lars Jacobsen gemacht, ein Hamburger Photograph: zwei echte Profis, wie ja die tollen Ergebnisse auch zeigen…

Welche Boards hattet Ihr dabei, was war paddeltechnisch Ziel Eurer Reise?
Wir wurden von Fanatic gesponsert, die uns mit verschiedenen Boards – vorwiegend iSUPs, weil die besonders robust und bestens zu transportieren sind – und Paddel ausgestattet haben. Unser Ziel war es, Abschnitte des längsten Fjörd Europas, den Sogne Fjörd, abzupaddeln und den größten europäischen Festlandgletscher, den Jostedalsbreen, zu sehen – beides haben wir geschafft!

Bist Du das erste Mal in Norwegen gewesen und wie hast Du es empfunden?
Ich war schon einmal vor einigen Jahren in Norwegen, auf Geschäftsreise in Mo I Rana, um eine Mine dort zu besichtigen. Das liegt aber ziemlich weit im Norden Norwegens, den Süden kannte ich bis zu unserem Trip noch gar nicht – bin aber mehr als begeistert von der tollen Gegend und der atemberaubenden Natur und möchte da im Sommer unbedingt nochmal hin!

War das Paddeln bei diesen Temperaturen nicht gefährlich?… Kai war ja sogar in einem Wildwasser.
Die Kälte ist auf jeden Fall wirklich nicht zu unterschätzen. Bei Temperaturen deutlich unter Null Grad sollte man unbedingt das richtige Equipment und warme Kleidung dabei haben. Wir haben beim Paddeln Trockenanzüge von Dador getragen und haben sehr genau geprüft, an welchen Stellen wir ohne Risiko auf’s Wasser gehen und paddeln können.

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Gabs es einen besonderen Moment oder eine besondere Anekdote, was Du erlebt oder empfunden hast?
Ich werde sicher nie den Tag vergessen, an dem wir zum Gletscher gelaufen sind. Wir mussten den Wagen am Anfang eines Weges abstellen, weil er nicht geräumt war. Dann haben wir die Finnen von den Boards abgeschraubt, haben Taue an die Schlaufen gebunden, sie uns umgebunden und sind losgestapft – durch den Tiefschnee, die Boards haben wir hinter uns hergezogen. Es ging zwei Stunden durch einen Wald, einen Pfad entlang, wo nur Langlaufskispuren zu sehen waren, bevor wir am Ufer des zugefrorenen Sees ankamen, in den der Gletscher mündet. Wir wären gerne von dort gepaddelt – aber wie gesagt, der See war zugefroren und mit einer dicken Schneeschicht bedeckt. Also ging es weiter zu Fuß durch den Schnee über den See. Das intensive Hellblau des Gletschers sah schon aus kilometerweiter Entfernung wirklich beeindruckend aus und je näher wir dem Gletscher kamen, um so kälter und schneidender wurde die Luft. Irgendwann sind wir dann umgedreht, wir wollten nicht zu lange im Dunkeln unterwegs sein, hatten den ganzen Tag keinen anderen Menschen getroffen und, da unsere Lebensmittel sowieso schon seit der ersten Nacht zum größten Teil gefroren waren, nicht wirklich was zu Essen und Trinken dabei. Der Rückweg war sehr anstrengend, uns wurde sogar richtig warm – ein extrem seltenes Gefühl während der ganzen Reise! Wir sind insgesamt 14 km gelaufen an dem Tag, die Boards und Paddel immer im Schlepptau. Zurück im Auto waren wir alle froh, den Ausflug überstanden zu haben, und haben uns jeder eine riesige, sündhaft teure, aber sehr leckere Pizza in einem kleinen Bistro gegönnt.

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Na die habt Ihr Euch verdient!
Und welche Art der Verwertung strebt Ihr an, bekommt man den Film mal auf der großen Leinwand, vielleicht bei Filmfestivals zu sehen?
Jetzt, wo wir merken, wie groß das Interesse an dem Fanatic Clip im Netz ist und dass viele mehr von unserem Abenteuertrip erfahren möchten, ist ein Kurzfilm auf jeden Fall denkbar… Wir sind gespannt!

Welche Firmen haben Euch unterstützt?
Außer Fanatic und Dador hat uns die Hamburger Manufaktur 3DOG camping den bestens ausgestatteten Zeltanhänger für diesen Trip zur Verfügung gestellt, ION hat Klamotten und Neoprenausrüstung gesponsert, von Petzl haben wir Stirnlampen bekommen und Ultimate Ears hat mit extrem resistenten Boomboxen dafür gesorgt, dass wir in der Eiseskälte immerhin zu jeder Zeit gute Musik hören konnten.

Dann groovt weiter mit Erfolg, vielen Dank Lena!

Lesetipp: Mehr über Lenas interessanten Lebensweg in PLANKE Ausgabe 1/2014 Rubrik “SUP-Faces” siehe www.planke-mag.com/ausgaben/

Hier nochmal der schöne Kurzfilm von Maximilian Stolarow:

SUP Winter Adventure in Norway from Fanatic International on Vimeo.

Fotos von Lars Jacobsen:

 

SUPen im Land der Riesen

Der einzige Windsurfer, der die berühmtesten irischen Big Waves Aileen und Mullaghmore surfte, heißt Finn Mullen. Hier erzählt er uns seine Geschichte über die Herausforderung, als Erster die erst kürzlich in Irland entdeckte Big Wave Finn MacCool, besser bekannt als Giant´s Causeway – Damm des Riesen – mit dem SUP-Board zu bezwingen. Und nein, Finn MacCool ist nicht nach ihm benannt, aber es kann kein Zufall sein, lest selbst.
Ausgabe 1 des SUP-Magazins PLANKE

Text und Rider: Finn Mullen
Photos: Tam Mullen http://www.tammullen.com/